Category: Elefanten
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Es war eine unglaubliche Erleichterung, Kgosi sicher und wohlauf wieder zu finden
Es war ganze zwei Monate her, dass wir ein Funksignal von Kgosi erhalten haben. Das hat uns natürlich furchtbar beunruhigt. Wir haben schon früher den Funkkontakt verloren, und meistens verheißt das nichts Gutes. (Siehe dazu auch den Blog vom 22. Februar.) Wir machten uns vor allem Sorgen, weil er sich zuletzt in einer sehr abgelegenen Gegend aufgehalten hatte, von der immer wieder Fälle von Wilderei berichtet wurden. Ich finde es ziemlich seltsam, dass man in den Medien nicht viel über Wilderei erfährt. Dadurch entsteht der falsche Eindruck, dass man sich deswegen keine großen Sorgen mehr machen müsste – als ob dieses Problem der Vergangenheit angehören würde. Es stimmt, dass viele Länder, darunter auch Botsuana, umfangreiche Programme zur Bekämpfung der Wilderei eingeführt haben, aber wir wissen von verschiedenen Kollegen, Berichten, ortsansässigen Dorfbewohnern und aus eigener Erfahrung, dass das Problem noch lange nicht aus der Welt ist. Tatsächlich haben die jüngsten Studien den Ernst des Problems bestätigt, manche Studien spezifizieren sogar bestimmte Regionen in Afrika.
Zum Glück konnten wir diese Woche endlich losfliegen und nach Kgosi suchen. Man weiß nie, welche Strecke ein starker, großer Elefantenbulle in zwei Monaten zurücklegt. Natürlich flogen wir in die grobe Richtung seines letzten bekannten Aufenthaltsortes und hatten das Empfangsgerät immer auf seine VHF-Frequenz eingestellt, und plötzlich hörten wir ein schwaches Signal! Wir bewegten das Flugzeug mal in diese, mal in die andere Richtung, und so konnten wir bestimmen, woher in etwa das Signal kam. Als wir uns näherten, wurde das Signal immer stärker. In diesen Minuten des bangen Wartens schlug uns das Herz bis zum Hals – wir wussten nicht, was wir vorfinden würden. Wir konnten keine Elefanten sehen, aber das Signal bestätigte, dass wir immer näher kamen. Plötzlich sahen wir vor uns in der Grassavanne eine riesige Herde von mehr als 300 Elefanten! Wir waren begeistert!
Fast nichts lässt sich mit einem derartigen Anblick vergleichen ... es ist einfach wunderschön. Jetzt standen wir vor der Aufgabe, Kgosi zu finden. Wir flogen ganz tief und klebten geradezu an den Flugzeugfenstern, um aus nächster Nähe die Rücken dieser immens großen Herde abzusuchen, und plötzlich schrie Mike: „Da ist er!“ Und richtig, wir entdeckten Kgosi gesund und munter in voller Lebensgröße. Was für eine Erleichterung!
Die traurige Ironie an dieser Geschichte ist, dass wir uns nun vorerst von Kgosi verabschieden müssen. Da sein Funksender nicht mehr funktioniert, können wir ihn nicht länger per Satellit verfolgen, und wir müssen uns auf seine VHF-Frequenz verlassen, um in einigen Monaten sein Halsband entfernen zu können. Die Batterien im Halsband dürften noch reichen, bis Kgosi in ein leichter zugängliches Gebiet weiterzieht, wo wir es ihm wieder abnehmen können. Dann können wir auch hoffentlich die Logistik einfacher koordinieren.
Wir freuen uns darauf, allen auf Love Earth darüber berichten zu können, wenn wir uns von Kgosi endgültig verabschieden.
Letsatsi zieht weiter durch die Teakwälder des Luiana Partial Reserve im südöstlichen Angola. Sie überquerte kurzzeitig die südliche Grenze nach Namibia, blieb dort aber nur einige Tage und kehrte dann wieder in die Sanddünentäler zurück, wo sie sich an den wassergefüllten Becken aufhält. In die Gegend kommen nur wenige Menschen.
Wir hatten gehofft, dass wir Sichtkontakt zu Mma Khama würden herstellen können, aber da sie sich in der genau entgegengesetzten Richtung des Punktes aufhielt, von dem aus wir uns zur Suche nach Kgosi aufmachten, entschieden wir uns dafür, erst nach ihm Ausschau zu halten. Anhand ihrer Satellitenpunkte können wir sehen, dass sie ihre Herde in die Peripherie des Okawango-Deltas geführt hat und dort eine Woche geblieben ist. Dann, am 18. März, zog sie aus einem unbekannten Grund erstaunliche 55 km zurück in die Mababe Depression! Meistens bewegte sie sich über eher kleine Strecken, sie zog von Wasserbecken zu Wasserbecken und in das überflutete Delta. Dass sie an diesem einen Tag eine so große Distanz zurückgelegt hatte überraschte uns, und wir können keinen Grund dafür erkennen. Momentan befindet sie sich im Zentrum der Depression. Noch vor kurzem wäre das Gebiet hier für junge Elefanten nicht passierbar gewesen, denn sie hätten im Schlamm stecken bleiben können (siehe Blog vom 7. März). Das zeigt uns, dass der Schlamm und die Wasserbecken allmählich austrocknen, so dass die Elefanten hindurch können.
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