Die Populationen der Afrikanischen Elefanten haben sich noch nicht wieder von der Abschlachtung wegen ihres Elfenbeins erholt. Die Lage war besonders schlimm in den 1970ern und 1980ern, als sich der hohe Wert der Stoßzähne der Elfanten als zu große Verlockung für arme Landwirte erwies. Und sogar Regierungen in Geldnot und Revolutionäre, die Waffen für den Einsatz in Bürgerkriegen kaufen wollten, nutzten Elfenbein als Mittel zur Geldbeschaffung. Elefanten werden nach wie vor gewildert und als Sport gejagt, und auch der Verlust des Lebensraums stellt eine Gefahr für den Elefanten dar.
Auf einen Blick
Der Afrikanische Elefant (Loxodonta Africana) wird von der Weltnaturschutzorganisation IUCN (World Conservation Union) als gefährdet geführt. Er ist auch in Anhang I von CITES, der Konvention über den internationalen Handel mit gefährdeten, wildlebenden Tier- und Pflanzenarten, gelistet, und das bedeutet, dass sämtlicher Handel mit Elefanten und Teilen von Elefanten verboten ist.
Jedoch unterstützen nicht alle Regierungen das Elfenbein-Handelsverbot. In Simbabwe, Südafrika und Botsuana werden Elefanten eigens für Trophäenjäger auf Farmen gehalten. Man argumentiert, dass der Handel mit Elfenbein reguliert, nicht verboten werden sollte und dass mit dem Geld aus dem Elfenbeinhandel auch der Schutz des Elefanten finanziert werden könnte. Das Gegenargument lautet, dass nur ein vollständiges Verbot effektiv ist, denn legales Elfenbein lässt sich unmöglich von illegalem Elfenbein unterscheiden.
Wodurch werden sie bedroht?
- Ein Elefant braucht wegen seines großen Nahrungsbedarfs viel Land. Damit steht er in direkter Konkurrenz zu den Menschen, die einen Großteil seines Lebensraums in Ackerland umgewandelt haben. Wenn Menschen und Elefanten eng beieinander leben, dann plündern Elefanten die Ernte, und ‚Einzelgängerelefanten’ (aggressive, unberechenbare Elefantenbullen während der Fortpflanzungszeit) randalieren in den Dörfern. Die einheimische Bevölkerung erschießt Elefanten, weil sie Angst vor den Tieren hat und sie als Schädlinge betrachtet.
- Eine weitere Ursache für den Schwund der Elefantenpopulationen ist die Jagd. Elefanten waren schon immer begehrte Trophäen, aber in der jüngsten Zeit haben Jäger die Elefanten auch wieder wegen ihrer Elfenbein-Stoßzähne getötet. Obwohl 1989 die weltweite Besorgnis über die rückläufigen Elefantenzahlen zum vollständigen Verbot des Handels mit Elfenbein führte, leidet der Elefant nach wie vor, da intensive Wilderei die Sozialstrukturen der Elefanten zusammenbrechen ließ - Wilderer erschossen die größten Elefanten mit den längsten Stoßzähnen, und zurück blieben junge, hilflose Elefantenbabys ohne Eltern, von denen sie lernen könnten. Viele der noch in Afrika lebenden Elefantengruppen sind jüngere und ältere Jungtiere ohne Leittier.
- Der Elefant wird auch nach wie vor wegen seines Elfenbeins und als Buschfleisch gewildert. Afrikanische Nationalparks und Naturschutzreservate schützen Lebensräume des Elefanten, aber diese sind zu weit voneinander entfernt, als dass sich die Elefantenpopulationen erholen könnten. Einige Länder entwickeln Schutzgebiete, die durch Korridore miteinander verbunden sind, so dass die Elefanten zwischen den Gebieten wandern können und genetischer Austausch stattfindet.
Was unternehmen Umweltorganisationen?
Tusk Trust und der Northern Rangelands Trust setzen sich zusammen mit dem Naturschutzgebiet Lewa Wildlife Conservancy und mit der Tierschutzorganisation Save the Elephants für den Schutz der Elefanten und ihrer Lebensräume in Afrika ein. Sie fördern Initiativen zur umweltfreundlichen, nachhaltigen Entwicklung in den Kommunen, verbessern die Informationsarbeit zu Umweltschutzfragen und unterstützen verantwortungsbewussten Ökotourismus.
Mehr zu Save the Elephants
Save the Elephants leistet Pionierarbeit, die Organisation verbindet Technologie mit Umweltschutz, um die bisher vollständigsten Informationen über die Lebensräume und Wanderwege der Elefanten zusammenzustellen. Es gibt viele Initiativen, von Informationsprojektion für Kinder bis hin zur Einrichtung eines sensiblen Frühwarnsystems, das bei erneuter Wilderei von Elefanten Alarm schlägt. Save the Elephants arbeitet zusammen mit dem Kenya Wildlife Service an der Entwicklung einer neuen Managementstrategie für Elefanten, die im Norden Kenias umgesetzt werden soll.
Was kann ich tun?
- Unterstützen Sie nie den Elfenbeinhandel, kaufen Sie keine Produkte aus Elfenbein.
- Spenden Sie an den BBC Wildlife Trust.
Wussten Sie schon?
- Der Afrikanische Elefant war früher in ganz Afrika anzutreffen, aber heute leben nur noch vereinzelte Gruppen in Gebieten südlich der Sahara.
- Ein Afrikanischer Elefantenbulle kann bis zu sieben Tonnen wiegen und eine Schulterhöhe von 3m erreichen.
- Im Alter von etwa 40 Jahren befinden sich Elefanten auf ihrem körperlichen und geistigen Höhepunkt. Sie können bis zu 70 Jahre alt werden.
- Elefantenkühe sind mit etwa neun bis zwölf Jahren geschlechtsreif und können sich auch im Alter von etwa 40 Jahren noch fortpflanzen. Die Schwangerschaft dauert 22 Monate, und die Kühe bringen alle vier bis sechs Jahre ein Kalb auf die Welt, Zwillinge sind selten. Auch wenn der Bulle im Alter von etwa zehn Jahren geschlechtsreif ist, pflanzt er sich oft erst mit etwa 30 Jahren fort, denn erst dann ist er groß und stark genug, um mit anderen großen Bullen um die Kühe zu konkurrieren.
- Afrikanische Elefanten leben in komplexen sozialen Gefügen aus bis zu zehn miteinander verwandten Kühen und ihren nicht geschlechtsreifen Nachkommen. Die Matriarchin - die älteste, größte, dominante Kuh - ist das Leittier. In Gefahrenzeiten, zum Beispiel während einer starken Dürre oder bei intensiver Wilderei, gründen viele Elefantenfamilien eine große Herde.
- Als größtes Landsäugetier der Erde verbrauchen erwachsene Elefanten jeden Tag etwa acht Prozent ihres Körpergewichts an Pflanzennahrung und bringen bis zu 18 Stunden am Tag mit Fressen zu.